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Nachfrageschwund im Grosshandel

12.02.2015 09:30:44

Konjunkturumfrage zeigt Eintrübung


Die Konjunkturumfrage von Handel Schweiz und der KOF zeigt eine verschlechterte Geschäftslage und eine sinkende Beschäftigung im Grosshandel. Hauptgrund ist der erneute Nachfragerückgang im vierten Quartal 2014. Litten die Grossisten schon vor dem Wegfall der Franken-Untergrenze unter dem schwierigen Umfeld, müssen sie nun auch noch die Abwertung ihrer Lager verkraften. Die ganze Handelsbranche ist darum dringend auf eine wirtschaftsfreundliche Politik angewiesen.



Der Wegfall der Euroanbindung hat die gesamte Wirtschaft schockiert. Besonders stark betroffen ist der Grosshandel, so Kaspar Engeli, Direktor von Handel Schweiz: «Innerhalb von Stunden wurden die Lager um 20% abgewertet.» Das müsse verdaut und finanziert werden. «Eine weitere direkte Folge dieses Entscheids ist, dass aufgrund der grossen Verunsicherung sämtliche Investitionen sehr rasch auf Eis gelegt wurden», erklärt Engeli. Niemand investiere im Moment, weil die Verunsicherung zu gross sei. Der Grosshandel sitzt deshalb auf einem riesigen, völlig überteuerten Lager. Dabei wären gerade jetzt die Neubeschaffungen am günstigsten. Handel Schweiz fordert nun umso dringender administrative und finanzielle Entlastungen für Unternehmen von der Politik. «Zudem müssen sich die Firmen gut aufstellen, und noch effizienter werden», so Engeli. Nur so könne man die Krise überwinden. 

Optimismus ist verflogen
Schon vor dem Wegfall des Franken-Mindestkurses rechneten die Unternehmer mit einer weiteren Eintrübung. Im Auftrag von Handel Schweiz befragt die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich vierteljährlich die Grosshändler zu ihrem Geschäftsgang. Bis Anfang des letzten Jahres beurteilten die Grossisten die Aussichten immer besser. Nun aber bewerten sie die Geschäftslage bereits das dritte Quartal in Folge als weniger rosig. Das geht aus den Ergebnissen der Konjunkturumfrage vom Januar 2015 hervor. Vor allem die sinkende Nachfrage drückt das Ergebnis, und setzt den befragten Grossisten zu. Dazu kommt der weitere Rückgang des mengenmässigen Verkaufs. Die sinkende Zuversicht schlägt sich auch in der Belegschaft nieder: Die Grösse der Belegschaft ist zum ersten Mal seit 2013 gesunken. 

IT-Sparte stellt weiter ein
Nicht alle Branchen innerhalb des Grosshandels sind vom teuren Franken gleich stark betroffen. Schon im letzten Quartal entwickelten sich die einzelnen Sparten unterschiedlich. Im Bereich Handelsvermittlung wurde die Geschäftslage vor dem Fall der Frankenuntergrenze sehr optimistisch beurteilt. Sowohl Nachfrage als auch mengenmässiger Verkauf haben im vierten Quartal 2014 zugenommen. Auch die Sparte landwirtschaftliche Grundstoffe freute sich am tollen Geschäftsgang, welcher auf einer stark wachsenden Nachfrage und Verkaufsmenge fusste. Die befragten Unternehmer rechneten im Januar noch mit einer positiven Nachfrageentwicklung. Ein ähnliches Bild zeichnet sich im Bereich Nahrungs- und Genussmittel. Dank der guten Geschäftslage ist die Beschäftigung im vierten Quartal 2014 stark gestiegen. Die Unternehmer gaben an, den Personalbestand 2015 gar noch weiter erhöhen zu wollen. 

Dass der Grosshandel insgesamt schwächelt, liegt nicht zuletzt am Sektor Gebrauchs- und Verbrauchsgüter. Hier vermeldeten die Unternehmer bereits Anfang Januar einen schwächeren Geschäftsgang. Trotz stagnierender Nachfrage haben sie Ende 2014 ihre Belegschaft erweitert. Klar schlechter beurteilte auch die Sparte sonstiger Grosshandel ihre Situation. Die Unternehmer vermelden eine sinkende Nachfrage und einen Abbau bei der Belegschaft. Vor dem Euro-Zerfall rechneten sie noch damit, dass die Talsohle durchschritten ist. Auch in der IT-Sparte hat sich die Geschäftslage eingetrübt, wenn auch auf hohem Niveau. Dank der weiterhin steigenden Nachfrage konnte der Personalbestand hier erneut erhöht werden. Im Bereich Maschinen und Ausrüstung hat der mengenmässige Verkauf stagniert, die Nachfrage ging deutlich zurück. Welche Auswirkungen die neue Währungssituation auf die einzelnen Grosshandels-Sparten hat, wird sich spätestens nach Ablauf des ersten Quartals 2015 zeigen.

Der Handel ist mit 680'000 Mitarbeitenden der wichtigste private Arbeitgeber der Schweiz. Handel Schweiz ist der Dachverband des Handels, dem 33 Branchenverbände mit insgesamt 3’700 Unternehmen angehören. Handel Schweiz vertritt eine liberale Politik und setzt sich für eine starke Schweiz ein. Die KV-Branche Handel bildet 1‘400 Lehrlinge aus und ist damit eine der grössten und beliebtesten Ausbildungsbranchen.

Handel Schweiz führt die Umfrage Grosshandel in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle durch. Es liegen die Antworten leitender Persönlichkeiten von gegen 500 teilnehmenden Unternehmen zugrunde. Sie werden in einem standardisierten Fragebogen quartalsweise zu den Tendenzen ihres Betriebsgeschehens befragt.


Kontakt:
Kaspar Engeli, Direktor, Tel. 061 228 90 33
Andreas Steffes, Sekretär, Tel. 061 228 90 32

Informationen, Bildmaterial:
Iris Wirz c&p communications, Tel. 043 500 52 88
E-Mail: presse@handel-schweiz.com

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