social social social
 
social social social

Handel Schweiz fordert mehr Freihandel in der Agrarwirtschaft

14.08.2015 10:20:41

Günstigere Preise für Konsumenten und Tourismus


Die Erfolgsgeschichte des Schweizer Käse soll Schule machen. Handel Schweiz fordert die Politik auf, den hohen Protektionismus für die Agrarwirtschaft zu kürzen, um damit exportfähige Nischenprodukte wie Fleisch, Kräuter und Öle zu fördern. Von einem schrittweise eingeführten Agrarfreihandel würden der Schweizer Konsument und der Tourismus deutlich profitieren.




Die Konsumentenpreise waren im Juli 2015 so niedrig wie zuletzt im Oktober 2007 – doch auch die Stimmung der Konsumenten sinkt, während die Arbeitslosigkeit steigt. Die wirtschaftlichen Aussichten für die Schweiz sind unsicher – dazu führen die Wechselkurse, die globale Wirtschaftslage und politische Rahmenbedingungen wie Russland und IS. Nach wie vor ist die Schweiz Hochpreisinsel und importiert zahlreiche Produkte zu überhöhten Preisen. Sie leistet sich den Luxus, das Cassis-de-Dijon-Prinzip nicht konsequent einzuführen. Das gilt vor allem für Lebensmittel. Was die Agrarwirtschaft fordert, wirkt sich u.a. negativ auf den Tourismus, die Gastronomie und den Detailhandel aus. Neue Lösungsansätze sind gefragt.

Jetzt handeln: Agrarmarkt öffnen
Handel Schweiz fordert deshalb mehr Freihandel in der Agrarwirtschaft. Kaspar Engeli, Direktor Handel Schweiz erklärt: «Für die Zukunft ist es unbedingt notwendig, dass sich der Agrarmarkt weiter öffnet. Mit ihrer rigiden Haltung in Protektionismus-Fragen bedroht die Agrarwirtschaft – sie macht nur 2 bis 3 % der Bevölkerung aus – ganze Wirtschaftszweige und Bevölkerungsschichten.» Nach Ansicht von Handel Schweiz geht es nicht darum, über Nacht sämtliche Agrarschutzzölle zu reduzieren und die Schweizerische Landwirtschaft dem weltweiten Agrarwettbewerb auszusetzen. Engeli: «Die Überlebensfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft – wie sie heute ist – ist ohne Grenzschutz mit Sicherheit nicht möglich. Doch wir sollten uns ernsthaft darum bemühen, in bestimmten Produktekategorien, in denen die Schweiz gut und stark ist, jetzt den Agrarfreihandel zu ermöglichen. Damit würde unsere Landwirtschaft wettbewerbsfähiger und ihre Exportchancen würden wachsen. Kunden der Tourismusbranche würden von billigeren Importen und Preisen profitieren. Je länger wir warten, desto schlechter geht es diesem Land. Das ist nicht länger hinnehmbar.»

Käse: Hohe Qualität exportieren, weniger Preisdruck
Handel Schweiz verweist auf die Erfolgsgeschichte des Schweizer Käse, für den schrittweise der Freihandel eingeführt wurde. Wie eine Studie von BAK Basel im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft schon 2012 nachwies, verlor die Schweiz vor der Liberalisierung als Käseland an Bedeutung. Mit der schrittweisen Einführung des Freihandels stieg der Export wieder. Die Studie kommt zum Schluss, dass die Schweiz seit der Einführung des Käsefreihandels mit der EU eher teureren Käse in die EU exportiert. Auf der anderen Seite werden eher günstigere Produkte in die Schweiz importiert. Es heisst: «Die Schweiz ist also im Qualitätswettbewerb erfolgreich, womit die Schweizer Käseproduzenten gleichzeitig weniger stark dem Preiswettbewerb ausgesetzt sind.»

Internet verändert den Handel, aber darf nicht verboten werden
Handel Schweiz setzt auf die Chancen von Swissness auch für andere Bereiche – allen voran für Nischenprodukte wie zum Beispiel Kräuter, Fleischprodukte oder bestimmte Öle. Engeli: «Da ist die Landwirtschaft gezwungen, sich radikal umzustellen. Andere Wirtschaftszweige sind auch täglich gefordert. Die Gastronomie, die Industrie und der Handel sind täglich einem Wandel unterworfen. Stellen Sie sich vor, man würde sagen, der Handel – wie er heute ist – geniesst Heimatschutz und hat Gott gegebenes Recht, so zu bleiben, wie er ist. Wir würden fordern, das Internet in der Schweiz zu verbieten, denn das Internet sei eine Gefahr für den Handel. Tatsache ist: Das Internet verändert den Handel. Aber es kann nicht sein, dass die Agrarwirtschaft sich dem Wandel nicht im gleichen Masse stellen sollte wie andere Wirtschaftszweige.»

Subventionen kürzen und exporttaugliche Produkte fördern
Handel Schweiz schlägt vor, dass die Politik in einem ersten Schritt über das Portemonnaie lenkend eingreift, also Subventionen kürzt und exporttaugliche Schweizer Produkte fördert. Das garantiere bessere Preise für die Schweizer Hotellerie und die Schweizer Konsumenten. Es gehe darum, jetzt in die Diskussion einzusteigen. Kaspar Engeli: «Ich erinnere an das Käsefreihandelsabkommen. Im Bereich Käse herrscht Freihandel im Bezug auf Mengen, Preise, Produkte und Konvenienzen. Es gibt in diesem Bereich nur Gewinner – eine absolute Erfolgstory. Man prophezeite vorab das Ende der Milchwirtschaft in der Schweiz. Doch nur die Käseunion ist verschwunden, die staatliche Vermarktungsorganisation. In der Folge ist die Qualität des Schweizer Käses ungeahnt in die Höhe geschnellt. Es ist sensationell, was in der Schweiz an Käse produziert wird. Der Export floriert und unter dem Strich schreibt man schwarze Zahlen.»

Der Handel ist mit 680'000 Mitarbeitenden der wichtigste private Arbeitgeber der Schweiz. Handel Schweiz ist der Dachverband des Handels, dem 33 Branchenverbände mit insgesamt 3’700 Unternehmen angehören. Handel Schweiz vertritt eine liberale Politik und setzt sich für eine starke Schweiz ein. Der Handel bildet 1‘400 Lehrlinge aus und ist damit eine der grössten und beliebtesten Ausbildungsbranchen. Insgesamt sind im Handel rund 24´000 Lernende tätig.

Kontakt:
Kaspar Engeli, Direktor, Tel. 061 228 90 33
Andreas Steffes, Sekretär, Tel. 061 228 90 32

Informationen, Bildmaterial:
Iris Wirz c&p communications, Tel. 043 500 52 88
E-Mail: presse@handel-schweiz.com

Downloads

Publikationen

Dienstleistungen

Bildung

Organisation

Services

News Versicherungen Grundbildung KV Mitgliederverbände Downloadcenter
Youtubechannel Kreditversicherung Organigramm Kontakte  
     Weiterbildung Weitere Links