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Handel Schweiz fordert: Schweiz als Vorreiterin im Freihandel

03.08.2016 12:15:07

WTO warnt: Welthandel geht zurück

Der Welthandel kühlt sich ab. Die grossen Handelsräume verändern sich. Die Schweiz muss ihre internationale Position neu besetzen. Die Schweiz sollte sich deshalb nach Ansicht von Handel Schweiz verstärkt in der WTO einsetzen und sich vermehrt auf neue Märkte wie den afrikanischen Kontinent ausrichten. Mit BREXIT ergeben sich für die Schweiz zudem neue Chancen innerhalb Europas.

Heute ist der globale Handel täglich allgegenwärtig. Wir kaufen Waren aus der ganzen Welt und exportieren weltweit. Diese Entwicklung begann vor fast 70 Jahren: 1947 schlossen 23 Länder das allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT ab. Der völkerverbindende und friedenstiftende Gedanke des Handels gehörte zu den Kernthemen von GATT, nach dem Motto: Wer gemeinsam den Wohlstand mehrt, zieht nicht gegeneinander in den Krieg. Das Konzept hatte Erfolg. In den kommenden Jahren stiessen immer mehr Länder hinzu. Von 1948 bis 1995 verhundertfachte sich das globale Handelsvolumen. 1995 nahm die Welthandelsorganisation WTO mit heute 162 Mitgliedsstaaten ihre Arbeit auf. Bis 2014 vervierfachte sich der Welthandel noch einmal. Heute umfasst er Güter für 16 Billionen Dollar. Diese Entwicklung wurde jäh gestoppt. Seit 2015 ging der Welthandel um 14% zurück, was die WTO zu einer Warnung veranlasste. 

Kaspar Engeli, Direktor von Handel Schweiz relativiert jedoch die Warnung der WTO: «Mit dem Rückgang des Handels sanken auch die Preise – ganz besonders die Rohstoffpreise, aber auch bei den Transport-Containern sind 14% Preisrückgang zu verzeichnen. Ausserdem kommt es im Gegensatz zu früher zu Währungsschwankungen. Vor einigen Jahren war der Dollar die einzige Leitwährung; an ihr wurde alles gemessen. Heute wird auch in chinesischer Währung oder in Euro gehandelt.»

Protektionismus schafft Abkühlung des Welthandels
Kaspar Engeli räumt jedoch ein, dass sich der Welthandel effektiv abgekühlt hat. «Der Welthandel wächst heute noch um etwa 2%. Einer der Gründe für den Rückgang des Wachstums liegt im zunehmenden Protektionismus. Die Schwäche der Welthandelsorganisation WTO und administrative Hürden führen dazu, dass manche Länder versuchen, ihre eigenen Märkte abzuschotten, um so die einheimische Industrie zu schützen; das ist zwar populär, aber häufig kontraproduktiv für die eigene Wirtschaft. Damit nehmen die Direktinvestitionen zu und in der Folge der Welthandel ab. Das gilt vor allem für die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.» 

Die alten Wirtschaftsmächte brauchen neue Wirtschaftsräume
Die Schwäche der WTO und die zunehmenden Direktinvestitionen in den Regionen wirken sich vor allem auf die «alten» Wirtschaftsmächte USA und Europa aus. Der Direktor von Handel Schweiz: «Die USA und EU müssen im sich verändernden Welthandel schauen, wie sie über die Runden kommen. Ein Weg besteht in vermehrten Direktinvestitionen aus den USA und aus Europa in den Schwellenländern. Einen anderen Weg beschreitet das geplante Freihandelsabkommen TTIP, das USA und Europa enger zusammenbringt und Handelsräume schafft. So werden Handelshemmnisse und Bürokratie abgeschafft. Das Ziel von TTIP ist die Entstehung eines möglichst grossen neuen Wirtschaftsraumes. Doch nach wie vor ist der Welthandel die Lokomotive hinter dem Wachstum und die beste Maschinerie gegen Armut. Nichts bekämpft Armut besser als Handel und offene Grenzen.»

Treiber für den Welthandel: Rohstoffpreise und der afrikanische Kontinent
Global gesehen gibt es aktuell zwei grosse Treiber im Welthandel: Das sind zum einen die Rohstoffpreise, die im Moment historisch tief sind und sich den Prognosen entziehen. Sollten die Rohstoffpreise plötzlich wieder anziehen, werden sich die Wirtschaftsströme sehr rasch verschieben. Der zweite Treiber ist langfristig Afrika, der Kontinent mit einem geschätzten Wachstumspotential von heute 1,1 auf 4 Mrd. Einwohnern in den nächsten 50 Jahren. Schon heute entspricht die Wirtschaftskraft gewisser afrikanischer Länder derjenigen von Indien oder Polen. Kaspar Engeli: «Afrika wird der Kontinent mit dem schnellsten Wachstum auf der Welt sein. Manche Prognosen gehen davon aus, dass auch das Wissen und die Ernährung der Welt in Zukunft aus Afrika kommen. Es ist also sicher interessant für Handelsbetriebe und für Volkswirtschaften, Afrika sehr weit oben auf die Agenda zu setzen. Es ist genau zu verfolgen, was in Afrika abgeht.»

Rolle der Schweiz in Europa
Mit dem Abstimmungsresultat zum BREXIT könnte der Schweiz aber auch innerhalb von Europa eine neue Rolle zukommen, so der Direktor von Handel Schweiz. «Auf der einen Seite steht England als Eingangstor zu Europa für viele der ehemaligen Kolonien nicht mehr offen. Auch China hat auf diesen Zugang gesetzt. Auf der anderen Seite hat die Schweiz bereits heute etablierte Freihandelsabkommen mit diesen Ländern, beziehungsweise sie führt intensive Gespräche zu neuen Handelsabkommen.» Nach Ansicht des Dachverbands des Handels wird die EU in den nächsten Jahren weiterhin mit internen politischen Problemen beschäftigt sein. Währenddessen kann sich die Schweiz als wichtigen Partner für asiatische Regionen ins Spiel bringen. 

Die Rolle der Schweiz in der WTO
Den Veränderungen im Welthandel kann sich auch die Schweiz nicht entziehen. Der Schweizer Handel ist aufgrund seiner starken internationalen Vernetzung abhängig vom Welthandel. Die Schweiz unterhält ein sehr enges und tragfähiges Netz von über 30 Freihandelsabkommen – so auch mit grossen Staaten wie Japan und China. Für ein kleines Land wie der Schweiz sind Freihandelsabkommen jedoch die zweitbeste Variante. Deshalb sollte sich nach Ansicht des Dachverbands des Handels die Schweiz für eine funktionierende WTO einsetzen. Kaspar Engeli: «Die Schweiz sollte ihre Rolle als Vorbild besser ins Spiel bringen. Sie sollte vom protektionistischen Kurs abkommen und den Freihandel stärker leben. Denn schliesslich hat die Schweiz nichts anderes als Know-how und den Export guter Produkte. Das ist insbesondere jetzt wichtig. Die Beziehung zum grössten Handelspartner der Schweiz, zur EU, ist nicht geklärt. Es besteht keine verlässliche, investitionsfreundliche Rechtssicherheit. Dieser Schwebezustand ist Gift für die Wirtschaft.»

Kontakt
Kaspar Engeli, Direktor, Tel. 061 228 90 33
Andreas Steffes, Sekretär, Tel. 061 228 90 32
 

Handel Schweiz ist der Dachverband des Handels, dem 33 Branchenverbände mit insgesamt 3’700 Unternehmen angehören. Handel Schweiz vertritt eine liberale Politik und setzt sich für eine starke Schweiz ein. Der Handel ist mit 680'000 Mitarbeitenden der wichtigste private Arbeitgeber der Schweiz. Im Handel werden über 38’000 Lehrstellen angeboten, mehr bildet keine Branche aus.

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Medienmitteilung
Foto Kaspar Engeli, Direktor Handel Schweiz

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