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119 Fachkräfte im Aussenhandel sind bereit

12.09.2017 08:57:18

«Handel ist Wandel»

Der Handel blickt in der Schweiz auf eine lange Tradition zurück. Dabei spielt nicht nur die zentrale Lage in Europa eine wichtige Rolle ­– als kleines Land ist die Schweiz auf offene Grenzen angewiesen. Aufgrund der sich stets verändernden Rahmenbedingungen werden Weiterbildungen im Aussenhandel immer notwendiger. Neu konnten 101 Aussenhandelsfachfrauen und -männer sowie 18 Aussenhandelsleiterinnen und -leiter ihre Diplome zur bestandenen Berufsprüfung BP und Höheren Fachprüfung HFP entgegennehmen.



Die Bedeutung des Handels wird anhand der Werte der letzten sechs Monate ersichtlich: Die Exporte weisen mit plus 4.4% einen neuen Rekordstand auf. Auch die Importe steigen mit plus 4.8% auf den höchsten Wert seit acht Jahren. Obwohl die Exporte seit Juli im Vergleich zu den beiden Vormonaten an Dynamik verlieren, und auch die Importe mit -0.5% leicht ins Minus gleiten, weist die Handelsbilanz einen hohen Überschuss von CHF 3.6 Mrd. aus. 

Handel ist Wandel
Handel Schweiz setzt sich dafür ein, dass die Bedeutung des Handels für die Schweizer Volkswirtschaft sichtbar wird. Mit dem Engagement in der Aus- und Weiterbildung steigert der Dachverband im Verbund Branche Handel die Kompetenz des Nachwuchses, in einem globalen Umfeld souverän zu agieren. Gerade erhielten die 119 diesjährigen Absolventinnen und Absolventen der Berufsprüfung und Höheren Fachprüfung im Aussenhandel im Rahmen der EPAH Diplomfeier im Kultur & Kongresshaus Aarau ihre Diplome. Nebst den Verantwortlichen von EPAH, Handel Schweiz und Swissmem waren auch Schulen, Experten und Gäste bei der feierlichen Übergabe mit dabei. Musikalisch wurde die Feier durch die vier Saxophonisten von Quadrosax begleitet. 

Gastredner Rolf Broglie, ehemaliger Leiter des Handelsunternehmens Chromos AG, welcher sich selbst als «Unternehmer mit Leib und Lust» bezeichnet, hielt zu Beginn des Events die Festrede. Er lobte die Diplomanden für ihren Willen, nebst der Berufstätigkeit eine zusätzliche Ausbildung zu absolvieren. Für ihn sei Weiterbildung nicht einmalig, sondern etwas Permanentes, denn «Handel ist Wandel». Er betonte: «Weiterbildung öffnet nicht nur die Türen in der beruflichen Karriere. Vielmehr gibt sie auch Sicherheit: Die Mitarbeitenden können sich durch das fachtechnische Know-how an die veränderten Bedingungen in Bezug auf Kunden, Abkommen, aber auch Vorschriften im eigenen Land anpassen.»

Freude und Wille als Basis
Auch Mike Mahler, Teil des Expertenteams der Aussenhandelsfachleute, betonte die Notwendigkeit der Flexibilität des Handels aufgrund verschiedener politischer Situationen und wirtschaftlicher Reglemente: «Flexibilität wird der Schlüssel sein, damit man auch in Zukunft erfolgreich unterwegs sein kann.» Auch betreffend Digitalisierung im Handel sei eine gewisse Flexibilität und Anpassungsfähigkeit für die Schweiz unabdingbar: «Der Aussenhandel ist für die Schweiz eminent wichtig. Als rohstoffarmes Land müssen wir unsere Stärken dort einsetzen. So können wir auch weiterhin den heutigen Standard behalten.» Um in Zukunft erfolgreich unterwegs zu sein, sollten die Absolventinnen und Absolventen flexibel sein, aber auch ihre Freude und ihren Willen beibehalten. Das sei eine gesunde Grundlage, um sich den kommenden Herausforderungen im Handel zu stellen. «Spass und Freude an der Arbeit ist das Schlüsselelement», stimmt Ueli Stursberg, Präsident der EPAH-EFCE, zu. Es gehe bei einer Weiterbildung nicht nur um die neuen Jobangebote, sondern auch um das Suchen und Annehmen von neuen Herausforderungen. «Nur so können die Diplomanden ihr ganzes Potential einsetzen».  

Karrierechancen dank Diplom
Von den 101 Aussenhandelsfachfrauen und -männern belegt Caroline Jäggin den ersten Rang – wie vier weitere weibliche Absolventen. Die Graubündnerin ist seit sechs Jahren im Export tätig und sieht sich auch in den kommenden fünf Jahren in der gleichen Branche. Durch die absolvierte Weiterbildung rechnet sie mit noch besseren Jobchancen: «Ich verfüge über mehr Kompetenzen und kann mehr Verantwortung übernehmen. So werde ich in der Zukunft die Chance erhalten, noch weiterzukommen. Auch in der Welt des Handels nimmt die Komplexität zu – das können hervorragend ausgebildete Fachkräfte viel besser bewältigen. Wenn sie sich gut auskennen, können sie auch den Handel besser fördern.»

Genauso sieht das die ebenfalls auf dem ersten Rang platzierte Yvonne Kleger, die seit ihrer KV-Lehre in einem internationalen Umfeld arbeitet: «Ich kann grössere Zusammenhänge erkennen. Dadurch kann ich nicht nur Prozesse optimieren, sondern auch neue Aufgaben wahrnehmen, Kunden kompetent beraten und zum Teil meinen Arbeitskollegen gute Tipps geben.» Die Weiterbildung ermöglicht der diplomierten Aussenhandelsfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis, sich persönlich weiterzuentwickeln und nützliche Anregungen für die Zukunft zu sammeln. «Ständig gibt es wirtschaftliche und politische Entwicklungen, wodurch viele neue Regelungen und somit auch neue Chancen und Risiken entstehen. Unternehmen brauchen deshalb kompetente Mitarbeiter, die auf dem neusten Stand sind».

Nebst den 101 Aussenhandelsfachfrauen- und männern freut sich die Branche auch über 18 Aussenhandelsleiterinnen- und leiter. Eliane Meienberger erzielte das zweitbeste Resultat. Sie sieht in der Weiterbildung eine Investition in die Zukunft. Sie hätte ihr nicht nur nützliches Wissen für ihren Alltag gegeben, sondern auch viele praxisnahe Informationen. Das könne sie täglich nutzen.

Routine existiert nicht
Doch: Was macht einen Beruf im Handel überhaupt spannend? «Er ist vielseitig. Man hat mit Kunden zu tun, Lieferanten, internen Prozessen. Es handelt sich um eine übergreifende Tätigkeit, die man in jedem Bereich und in jeder Firma brauchen kann», findet Daniela Rücker, auch sie eine frisch gebackene Aussenhandelsfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis und im ersten Rang. «Routine existiert nicht», stimmt die aus dem Wallis stammende Absolventin Séverine Mérinat zu. «Ich kann vor allem von der Internationalität und vom Treffen mit Leuten aus verschiedenen Kulturen profitieren», bestätigt Maurice Perrenoud, ein weiterer Absolvent aus Genf. 

Aussenhandelsfachleute haben die Kompetenz, qualifizierte und spezialisierte Arbeiten und Führungsaufgaben in den Bereichen Import und/oder Export von Waren und Dienstleistungen auszuführen. Sie arbeiten in international tätigen Handels-, Dienstleistungs- und Produktionsfirmen. Zu ihren Aufgaben gehört die Analyse von Kundenwünschen. Sie stellen sicher, dass die Kunden die Güter oder Dienstleistungen termin- und fachgerecht erhalten. Verhandlungen führen sie in verschiedenen Sprachen und berücksichtigen kulturelle Eigenheiten. Organisation des weltweiten Gütertransports unter Berücksichtigung der länderspezifischen, ökonomischen und ökologischen Gegebenheiten gehören genauso zu ihren Aufgaben wie die Zollabfertigung mit allen notwendigen Dokumenten. Aussenhandelsfachleute sind in besonderem Masse für die Risiken im internationalen Handel sensibilisiert. Dadurch können sie diese minimieren, absichern und im Sinne der Unternehmensziele damit umgehen. Aussenhandelsfachleute zeichnen sich durch hohe Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz aus. Sie tragen in ihrer Rolle als Fachvorgesetzte aktiv zur Teamentwicklung bei und organisieren interne Ausbildungen.

Aussenhandelsleiter verfügen über die nötigen Kompetenzen, um anspruchsvolle und komplexe Planungs-, Führungs-, und Fachaufgaben im Aussenhandel zu übernehmen. Sie sind in international tätigen Handels-, Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen tätig und übernehmen Vorgesetztenfunktion auf oberer Kaderebene. Sie erarbeiten strategische Richtlinien, bearbeiten Projekte, erstellen Konzepte und tragen die Gesamtverantwortung der Leistungen im Bereich des Imports und/oder Exports sowie des Transithandels. Sie überwachen alle Aspekte des Aussenhandels unter Berücksichtigung internationaler Abkommen und Vorgaben. Weiter optimieren sie die Lieferung von Gütern und Dienstleistungen unter Berücksichtigung der ökonomischen und ökologischen Gegebenheiten. Zu ihrer Arbeit gehört auch die Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung zur Erarbeitung des Risikomanagements sowie der Optimierungs-Strategien für Prozesse und Schnittstellen. Das Berechnen und Interpretieren der für den Aussenhandel relevanten betriebswirtschaftlichen Zahlen gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie das Erstellen und die Überwachung des entsprechenden Teil- und Gesamtbudgets.

Kontakt
Ueli Stursberg, 1. Sekretär, Tel. 061 228 90 30
Kaspar Engeli, Direktor, Tel. 061 228 90 33
 

Handel Schweiz ist der Dachverband des Handels, dem 33 Branchenverbände mit insgesamt 3’700 Unternehmen angehören. Handel Schweiz vertritt eine liberale Politik und setzt sich für eine starke Schweiz ein. Der Handel ist mit 680'000 Mitarbeitenden der wichtigste private Arbeitgeber der Schweiz. Im Handel werden über 38’000 Lehrstellen angeboten, mehr bildet keine Branche aus.

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