social social social
 
social social social

Die neue Datenschutzgesetzgebung im Griff!

13.12.2017 10:07:30
Im Mai 2017 schrieb der Economist, dass personenbezogene Daten noch vor Öl die wertvollste Ressource der Welt ist. Dies hat auch der Handel erkannt und erfasst seit Jahren eine Vielzahl an Daten, um sie in verwertbare Dienstleistungen zu verwandeln und neue Umsatzquellen zu erschliessen.
Leider sind diese Daten anfällig für Diebstahl und Missbrauch. Dies hat zu einer neuen EU Datenschutz Grundverordnung (DSGVO) geführt. Diese neue Datenschutzrichtlinie tritt am 25. Mai 2018 in Kraft und standardisiert die unterschiedlichen Datenschutzgesetze in der EU. Dieses Zentrale Regelwerk stellt den Verbraucherschutz in den Mittelpunkt und geht zum Teil weiter, als die in der Schweiz bekannten Regelwerke. Die DSGVO ist die weitreichendste Änderung der Datenschutzgesetze in einer Generation, denn das Individuum steht neu an erster Stelle. Für die Unternehmen bedeutet dies leider mehr Arbeit und Bürokratie. Wer sich nicht konform verhält, dem drohen drakonische Strafen: Bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes oder bis zu 20 Millionen Euro Bussen könnten im Extremfall ausgesprochen werden.
Der Treiber hinter der Revision der DSGVO: Die Verbraucher haben bisher nur wenig Vertrauen, dass die Unternehmen genug für den Schutz ihrer Daten tun.
  • 57% der Verbraucher trauen Marken nicht den verantwortungsvollen Umgang mit ihren Daten zu
  • 90% der Unternehmen halten das Löschen von Kundendaten für zu schwierig
  • 60% der Unternehmen haben kein geeignetes System für die Löschung von Kundendaten.
 
Was ist mit dem Schweizer Datenschutz
Das von langer Hand vorbereitete EU Regelwerk tangiert nicht nur die Firmen in der EU, sondern auch die meisten Schweizer Unternehmen, selbst die, die keine Niederlassungen in der EU unterhalten. Das Schweizerischen Datenschutzgesetzes (DSG) ist in Revision und wird sich inhaltlich der DSVGO angleichen. Ein eventuelles «Swiss finish», wird aber auch dann, wenn es einen pragmatischeren Weg sucht, EU-konform sein müssen und die Regelungen der DSGVO einhalten.
 
Was ist zu tun?
Ab Mai 2018 gilt die neue DSGVO. Gerade im Handel sammelt man gerne etwas mehr daten. Umso wichtiger ist es, drei Bereiche im Blick zu haben:
  • Datenberechtigung: Wie wird das Zustimmungsverfahren für den Erhalt von Emails gehandhabt? Sie dürfen zukünftig nicht mehr davon ausgehen, dass jemand Email Kampagnen erhalten möchte, ausser er hat explizit zugestimmt.
  • Datenzugriff: Der DSGVO beinhaltet auch das Recht auf Vergessenwerden. Dieses Recht gibt Personen die Möglichkeit, veraltete oder fehlerhafte Daten entfernen zu lassen. Des bedeutet, dass Personen einfach auf ihre gespeicherten Daten Zugriff haben sollten und dass sie die Zustimmung für die Verwendung einfach widerrufen können müssen.
  • Datenfokus: Das DSGVO fordert eine rechtliche Begründung für das Verarbeiten von personenbezogenen Daten. Auf die Erfassung von Unnötigen Daten sollte daher verzichtet werden.
Einfach umzusetzen sind jetzt:
  1. Prüfen Sie Ihre Mailingliste: Wenn Sie keine Zustimmung einer Person für den Erhalt von Emails haben, löschen Sie ihn von der Liste oder holen Sie seine Zustimmung ein. Wenn sich eine Person auf Ihren Email-Verteiler einträgt, senden Sie ihm eine automatische Mail mit der Aufforderung, die Zustimmung zu bestätigen.
  2. Prüfen Sie, wie Sie personenbezogene Daten speichern: Wenn Sie personenbezogenen Daten erwerben, prüfen oder speichern, fragen Sie sich jedes Mal, wofür Sie die Daten brauchen und nutzen wollen.
  3. Klären Sie Ihr Vertriebsteam über Problemfälle auf: Kaltakquise und Email-Kampagnen bedürfen nun weitaus mehr Vorababklärungen und Vorbereitungen. Die Kontaktaufnahme über soziale Medien und der Austausch relevanter Inhalte (social Selling Strategien) ist eine weitaus bessere Variante als die Kaltakquise oder Email-Kampagnen.
  4. Klären Sie die Speicherung Ihrer Kundendaten: Die Zeiten in denen Personendaten in Google-Docs oder in Excel-Arbeitsblättern auf Dropbox gespeichert werden konnten, sind vorbei. Speichern Sie Ihre Daten zentral auf einer Plattform und weisen Sie die Nutzer an, die vorgeschlagene Nutzung zu prüfen.
  5. Behalten Sie Ihre Daten im Auge: Prüfen Sie regelmässig, ob alle Daten erforderlich sind oder ob Sie auf alte Daten verzichten können. Fragen Sie nur nach Informationen, die Sie wirklich benötigen und verwenden werden. Im B2B-Handel reichen eventuell etwas weniger personenbezogenen Informationen als im Detailhandel.
     
Wollen Sie sich vertieft zur DSGVO informieren, empfehlen wir Ihnen die Ausführungen unseres Schulungspartners Dr. Stefano Caldoro, Partner bei Lanter und Partner: Datenschutz-Grundverordnung – 2. Was Sie wissen müssen

 

Publikationen

Dienstleistungen

Bildung

Organisation

Services

News Versicherungen Grundbildung KV Mitgliederverbände Downloadcenter
Youtubechannel Kreditversicherung Organigramm Kontakte  
     Weiterbildung Weitere Links