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Umfrage zur grenzüberschreitenden Beschaffung

Handel Schweiz, August 2020
In Zusammenarbeit mit SIPPO und BRUGGER UND PARTNER


Zusammenfassung
Im Rahmen der Studie zur grenzüberschreitenden Beschaffung wurden diverse Handelsunternehmungen (Handelshäuser, Procurement/Category Verantwortliche von grösseren B2B/B2C Firmen) in der Schweiz im Zeitraum zwischen 15. Mai und 12. Juni 2020 befragt. Das Ziel der Umfrage war es, aktuelle Herausforderungen und die daraus möglichen Handlungsfelder zu identifizieren.

Die Umfrage zeichnet sich mit einer repräsentativen Stichprobe1und einem breiten Spektrum der teilnehmenden Organisationen aus. Der gute Rücklauf (N = 208) erlaubt es unternehmensgrössen- sowie handelsbereichsspezifische Analysen zu bewerkstelligen. Als Grössenklassen wurde der jährliche Umsatzerlös bzw. die Anzahl Mitarbeitenden (je 4 Kategorien2) der teilnehmenden Unternehmen als Indikator genommen, für eine Zuteilung in Handelsbereiche wurden 8 Kategorien zur Zuordnung vorgegeben3.

Der Grossteil der Befragten beschäftigt weniger als 50 Mitarbeitende und 51.5% (N=208) der Teilnehmenden erzielt einen jährlichen Umsatz von weniger als CHF 10 Mio. Mehr als 50% (N=192) der Händler sind im Grosshandel (B2B) tätig und die wesentlich vertretenen Handelsbereiche sind Bauprodukte und Industriegüter.

Die momentane durch die Covid-19 Pandemie geprägte wirtschaftliche Lage stellt Händler vor grossen Herausforderungen. Rund 72% (N=118) der Befragten geben an, dass sie von der Pandemie betroffen und deren Auswirkungen vor allem in der Produktion und Logistik spürbar sind. Betroffen war hauptsächlich der asiatische Markt sowie der Handel mit den umliegenden Nachbarländern der Schweiz. Vergleich der Auswirkungen in Abhängigkeit der Unternehmensgrösse zeigt, dass Kleinstunternehmen (67%, N=30) offensichtlich weniger von den Covid-19 bedingten Einschränkungen betroffen waren bzw. sind4.

Güter werden mehrheitlich direkt von den Lieferanten in den jeweiligen Herkunftsländern bezogen5, interessanterweise dies eher weniger von Grossunternehmen6. Für gerade einen Viertel der zu beschaffenden Waren werden Zwischenhändler herbeigezogen. Bezüglich der Nutzung von unterschiedlichen grenzüberschreitenden Beschaffungskanälen gibt es eindeutige Unterschiede: Werden Auktionen und Börsen kaum genutzt, scheinen Onlinekanäle für die Beschaffung bestehender und neuer Produkte eine wesentliche Rolle zu spielen. Des Weiteren werden in diesem Kontext Fachmessen und Beschaffungsreisen eher gelegentlich genutzt. Hingegen scheinen bei der Beschaffung von neuen Produkten diese zwei Kanäle häufiger genutzt zu werden.

Bei den beiden Fragen, welche Kriterien bei der Beschaffung hauptsächlich überprüft werden und wie häufig, scheinen - unabhängig von der Grösse eines Unternehmens und vom Handelbereich - Empfehlungen von Dritten sehr wichtig zu sein. Offensichtlich werden Lieferzeit und Verfügbarkeit als weniger relevant angesehen und werden auch weniger häufig überprüft im Vergleich zu den weiteren fünf am häufigsten priorisierten Beschaffungskriterien, nämlich 1) Transparenz und Integrität in der Lieferkette, 2) Kultur & Sprache, 3) bestehendes Freihandelsabkommen, 4) Risiko im Ursprungsland sowie 5) Informationen zu Access & Benefit Sharing.

In Hinsicht auf die Beschaffungsunterstützung werden hauptsächlich Supportleistungen von privaten Dienstleistern genutzt. Die Unterstützung des eigenen Branchenverbandes und Handel Schweiz werden mehr von grösseren Händlern in Anspruch genommen. Als «selten eingefordert» eingestuft werden die Leistungen von bilateralen Handelskammern und Switzerland Global Enterprise (S-GE). Des Weiteren wird einer engeren Zusammenarbeit innerhalb der Branchen ein grundsätzliches Potenzial zugerechnet.

Zum Abschluss der Umfrage wurde das Stimmungsbild zur Übernahme von Nachweiskosten für nachhaltige Produktion festgehalten. Interessanterweise sind kleinere Unternehmungen eher gewillt die zusätzlichen Kosten zu übernehmen, jedoch sieht ein Grossteil der Befragten von einer Kostenübernahme ab.

Aus den Ergebnissen der vorliegenden Umfrage lassen sich mögliche Themenschwerpunkte herleiten wie Unterstützungsbedarf und Kooperationspotenzial von Handelsunternehmen zur Lösung künftiger politischer, regulatorischer und anderer Beschaffungsherausforderungen, Konsequenzen eines Covid-19 bedingten Renationalisierungsrisikos sowie Nachhaltigkeit im und durch den Handel, welche im Rahmen von weiterführenden Interaktionen mit Branchenvertretern genauer untersucht werden sollten.

1Antworten von 94 Organisation
2Definition siehe A.1
3Definition siehe A.2; Eindeutiger Handelsbereich, sofern jeweiliger Bereichsumsatz ≥ 75%
4Von den Grossunternehmen geben 76% (N=33) an, dass es zu Einschränkungen gekommen ist.
5Im Durchschnitt werden rund 76% (N=74) der Beschaffungen direkt aus dem Herkunftsland getätigt.
6Im Durchschnitt werden bei Grossunternehmen rund 70% (N=24) der Beschaffungen direkt aus dem Herkunftsland getätigt. Dieser durchschnittliche Anteil liegt bei den Kleinunternehmern (< CHF 10 Mio.) bei 75% (N=38) und bei den mittelgrossen Unternehmen bei 86% (N=12). Der relativ hohe Anteil bei den mittelgrossen Unternehmen ist mit Vorsicht zu geniessen, da keine Gleichverteilung der Stichprobenanzahl innerhalb der Unternehmensgrössen bei dieser Frage vorherrscht.

Bei den beiden Fragen, welche Kriterien bei der Beschaffung hauptsächlich überprüft werden und wie häufig, scheinen - unabhängig von der Grösse eines Unternehmens und vom Handelbereich - Empfehlungen von Dritten sehr wichtig zu sein. Offensichtlich werden Lieferzeit und Verfügbarkeit als weniger relevant angesehen und werden auch weniger häufig überprüft im Vergleich zu den weiteren fünf am häufigsten priorisierten Beschaffungskriterien, nämlich 1) Transparenz und Integrität in der Lieferkette, 2) Kultur & Sprache, 3) bestehendes Freihandelsabkommen, 4) Risiko im Ursprungsland sowie 5) Informationen zu Access & Benefit Sharing.

In Hinsicht auf die Beschaffungsunterstützung werden hauptsächlich Supportleistungen von privaten Dienstleistern genutzt. Die Unterstützung des eigenen Branchenverbandes und Handel Schweiz werden mehr von grösseren Händlern in Anspruch genommen. Als «selten eingefordert» eingestuft werden die Leistungen von bilateralen Handelskammern und Switzerland Global Enterprise (S-GE). Des Weiteren wird einer engeren Zusammenarbeit innerhalb der Branchen ein grundsätzliches Potenzial zugerechnet.

Zum Abschluss der Umfrage wurde das Stimmungsbild zur Übernahme von Nachweiskosten für nachhaltige Produktion festgehalten. Interessanterweise sind kleinere Unternehmungen eher gewillt die zusätzlichen Kosten zu übernehmen, jedoch sieht ein Grossteil der Befragten von einer Kostenübernahme ab.

Aus den Ergebnissen der vorliegenden Umfrage lassen sich mögliche Themenschwerpunkte herleiten wie Unterstützungsbedarf und Kooperationspotenzial von Handelsunternehmen zur Lösung künftiger politischer, regulatorischer und anderer Beschaffungsherausforderungen, Konsequenzen eines Covid-19 bedingten Renationalisierungsrisikos sowie Nachhaltigkeit im und durch den Handel, welche im Rahmen von weiterführenden Interaktionen mit Branchenvertretern genauer untersucht werden sollten.

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